Anker der Identität – Freizeiteinrichtungen


Der Bostalsee
Der Deutsch-Französische Garten
Das Ellenfeldstadion in Neunkirchen
Das Ludwigsparkstadion in Saarbrücken

 



Der Bostalsee

Der Bostalsee ist das Ergebnis einer erfolgreichen raumplanerischen Maßnahme zur Aufwertung des ländlichen Raumes. Er wurde 1979 durch Aufstauung des Bosbaches angelegt und fügt sich harmonisch in die Landschaft des Naturparks Saar-Hunsrück ein. Am und um den Bostalsee bieten sich Aktivurlaubern und Erholungssuchenden zahlreiche Freizeitangebote.

93 BostalseeAls überregional bekanntes Freizeitzentrum weist der Bostalsee eine gut ausgebaute touristische Infrastruktur auf. Um den See führen ein 6,8 km langer Wanderweg und ein 7,2 km langer Radwanderweg. Es werden zahlreiche Aktivitäten im Bereich des Wassersports wie z.B. Tret-, Elektro- und Ruderbootfahren sowie Segeln, Surfen und Tauchen angeboten. Zum touristischen Angebot zählen außerdem zwei Freibäder mit Sandstränden und Liegewiese, Kinderspielplätze, Beachvolleyball- und Minigolfplätze sowie ein Campingplatz mit Standplätzen für Reisemobile. Für eine Gesamtschau des Seeareals von der Wasserseite her bietet sich eine Rundfahrt mit dem Solarkatamaran „Sankt Wendeler Land“ an. 94 BostalseeRund 10 % der insgesamt 120 ha umfassenden Seefläche stehen unter Naturschutz, dieser Teil ist für Wassersportaktivitäten gesperrt. Der Bostalsee ist aufgrund seiner guten Wasserqualität und dem artenreichen Fischbesatz ein beliebtes Angelrevier und bei Angelsportfreunden über die Region hinaus bekannt. See-, Bach- und Regenbogenforellen, Seesaibling, Zander, Hecht, Aal, Karpfen, Schleie, Rotauge, Wels, Barsch und Quappe sind im See heimisch geworden. Spezielle Bereiche um den See sind ausschließlich den Anglern vorbehalten.
 
Viele Veranstaltungen im Umfeld des Sees haben bereits Traditionscharakter, so finden alljährlich das Seefest und das Heißluftballontreffen statt. Das ehemalige Wellenhallenbad „Bosarium“ wurde 2004 zu einer Eventhalle umgebaut. Der nahe gelegene Biergarten gehört mit 3000 Plätzen zu den größten Südwestdeutschlands.

In der ehemaligen „Bosener Mühle“ wurde ein Kunstzentrum mit einem ganzjährigen, abwechslungsreichen Kreativprogramm eingerichtet. Ein weiteres kulturelles Highlight stellt die Skulpturenstraße dar, die von St. Wendel kommend, zum Bostalsee führt.

Der See ist ein Beispiel für einen gelungenen Strukturwandel, was die 600.000 Gäste, die jährlich den Bostalsee besuchen, eindrucksvoll belegen.


Text:
Frank Ehrmantraut

Fotos:
Staatskanzlei des Saarlandes

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Der Deutsch-Französische Garten

Der rund 50 Hektar große Deutsch-Französische Garten liegt am südwestlichen Stadtrand von Saarbrücken, nahe der Grenze zu Frankreich. Die regionale Bedeutung dieser Park- und Freizeitanlage resultiert nicht nur aus ihrer gartenarchitektonischen Gestaltung, sondern auch aus ihren Bezügen zur nationalen Geschichte Deutschlands und Frankreichs seit 1870.

Bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts war das Gebiet um den Deutschmühlenweiher ein beliebtes Ausflugsziel für die Stadtbewohner. Es wurde sukzessive zu Naherholungszwecken umgestaltet: parkähnliche Grünflächen, das 1914 eröffnete Deutschmühlenbad, ein Gasthaus und ein Tierpark, der von 1932 bis Kriegsbeginn existierte, erhöhten die Attraktivität des Deutschmühlen- und Mockentals (südöstlich des Deutschmühlenweihers).

DFG Halbfeld kleinDer obere Bereich des Mockentals ist Teil einer Flur, die im 17. Jahrhundert „in der galgendell“ hieß und somit auf Hinrichtungen in der Grafschaft Saarbrücken verweist. In diesem Talabschnitt wurde am 16. Oktober 1870 unter dem Namen „Ehrental“ einer der ältesten Soldatenfriedhöfe Deutschlands eingeweiht. In Sichtweite der Spicherer Höhen, auf denen am 6. August 1870 unter hohen Verlusten eine der ersten großen Schlachten des Deutsch-Französischen Kriegs 1870/71 geführt worden war, fanden auf dem Ehrenfriedhof rund 450 Kriegsopfer beider Nationen eine gemeinsame Ruhestätte. In den folgenden Jahrzehnten wurden weitere Verstorbene beigesetzt bzw. hierher umgebettet, in erster Linie Kriegsveteranen, aber auch Zivilisten, die im Zusammenhang mit der Schlacht bei Spichern eine Rolle gespielt hatten. Das einzige Frauengrab im „Ehrental“ ist das Grab von Katharine Weisgerber (1818–1886). Die auch als „Schultze Kathrin“ bekannte Dienstmagd erhielt damit posthum eine Ehrung für die von ihr auf dem Schlachtfeld geleistete Pflege verwundeter Soldaten.

Vor dem Zweiten Weltkrieg wurden im heutigen Parkgelände zahlreiche Bunker sowie Panzersperren („Höckerlinien“) errichtet, die in das Verteidigungssystem des Westwalls eingebunden waren. Die Überreste dieser Anlagen sowie Kriegsschäden im Waldbestand verschandelten nach Kriegsende die ehemals reizvolle Landschaft. Zudem führten übel riechende Siedlungs- und Grubenabwässer aus Lothringen zu starken Belastungen des 1931 zum Naturschutzgebiet erklärten Gebiets um den Deutschmühlen- und Drahtzugweiher (südwestlich des Deutschmühlenweihers).

DFG Kuehne kleinDFG Landesdenkmalamt kleinIm Zuge des Wiederaufbaus wurden viele städtische Grünanlagen verbaut, sodass es der Stadt Saarbrücken an Erholungsflächen mangelte. Zudem wollte man, nach der politischen Eingliederung des Saarlandes in die Bundesrepublik am 1. Januar 1957, symbolisch den politischen Graben zwischen Frankreich und Deutschland überbrücken und wählte hierfür das grenznahe Gebiet im Deutschmühlen- und Mockental als Standort einer Deutsch-Französischen Gartenschau. Nach der teilweisen Beseitigung der Befestigungsanlagen und der Säuberung des zwischenzeitlich verschlammten und zugewachsenen Deutschmühlenweihers konnten deutsche und französische Landschaftsarchitekten hier einen Ort freundschaftlicher Begegnung schaffen. Die offizielle Eröffnung der Gartenschau fand am 23. April 1960 unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzler Konrad Adenauer und des französischen Premierministers Michel Debré statt.

Zu den bekanntesten Elementen der Park- und Freizeitanlage, die seit 1961 den Namen „Deutsch-Französischer Garten“ (französisch: „Jardin franco-allemand“) trägt und heute unter Denkmalschutz steht, zählen der Deutschmühlenweiher mit seiner großen Wasserorgel, die verschiedenen Themengärten, der in die Parklandschaft integrierte Ehrenfriedhof sowie die rund 750 Meter lange Seilbahn und die Kleinbahn, die auf einer Streckenlänge von mehr als zwei Kilometern durch den Park führt.


Text:
Tanja Kaiser (Überarbeitung: Juan Manuel Wagner)

Fotos:
Sarah Halbfeld (oberes Foto), Olaf Kühne (unteres Foto links), Landesdenkmalamt (unteres Foto rechts)

Weiterführende Literatur:
LOCH, Bernd (2000): Der Deutsch-Französische Garten in Saarbrücken. Geschichte und Führer. Saarbrücken.

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Das Ellenfeldstadion in Neunkirchen

Das Neunkircher Ellenfeldstadion ist eines der ältesten Fußballstadien in Deutschland und existiert bereits seit über 100 Jahren. 1909 wurde erstmals der Friedrichspark am Neunkircher Heusnersweiher von der 1905 gegründeten Borussia, Verein für Bewegungsspiele e.V. Neunkirchen/Saar, bespielt. Da auch die Neunkircher Turnerschaft den Platz für sich beanspruchte, musste sich der Verein nach anderen Möglichkeiten umsehen. Zwei Jahre später übernahm die Borussia die Pacht für das Ellenfeld, das sich in unmittelbarer Umgebung befand, und errichtete dort den „Borussia-Spielplatz“.

Ellenfeld 1 KlausEllenfeld 6 KlausBorussia Neunkirchen bestritt ihr erstes Spiel am 7. April 1912 gegen das Infanterie-Regiment 105 Straßburg; eingeweiht wurde der Platz allerdings erst am 14. Juli 1912 mit den Nationalen Olympischen Wettkämpfen. Im gleichen Jahr stieg Borussia Neunkirchen in die Erste Liga auf. Nachdem das Spiel der Borussia gegen den Fußballclub MTK Budapest erstmals 10.000 Zuschauer anlockte, wurde eine große Holztribüne im Bereich der Gegengeraden errichtet. Mit den Spielen um die Süddeutsche Meisterschaft in den 1920er-Jahren konnte das Stadion mehrfach über 10.000 Zuschauer pro Spiel zählen.

Die neu errichtete Tribüne brannte bereits wenige Jahre später ab und wurde 1930 gegen einen Massivbau mit verschiedenen Einrichtungen wie Wirtschaftsräumen, Geschäftsstelle und Sanitäranlagen ersetzt. Die Kosten des Baus, dessen Finanzierung und Ausführung die „Tribünengesellschaft“ übernahm, stiegen in ungeahnte Höhe. Diese Umstände führten dazu, dass die Gesellschaft als Eigentümerin der Tribüne nicht mehr für die Kosten aufkommen konnte, sich auflöste und folglich die Tribüne samt Schulden an den Verein übergeben musste.

Ellenfeld 7 KlausDas Stadion hatte den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden und wurde in den Nachkriegsjahren zu einem symbolischen Ort, an dem internationale Freundschaftsspiele gegen renommierte Gegner wie AGF Aarhus, FC Wien, Stade Reims, Hajduk Split und FV Toulouse ausgetragen wurden. Auch im Sinne der damaligen saarländischen Regierung und des Hohen Kommissariats wurde auf diese Weise versucht, eine saarländische Identität zu vermitteln. 1948 erwarb der Verein das Gelände des Ellenfeldstadions mitsamt den umliegenden Parzellen.

Mitte der 1960er-Jahre wurden die ersten Bundesliga-Spiele im Ellenfeldstadion ausgetragen und die Arena weiter ausgebaut, sodass sie heute insgesamt 30.000 Zuschauer fassen kann. Anlässlich des Aufstiegs in die Bundesliga im Jahr 1964 entstand auch die Haupttribüne mit 3.000 Sitzplätzen. Um den Bankrott des Vereins zu vermeiden, wurde das Ellenfeldstadion 1990 von der Stadt Neunkirchen aufgekauft. Ein glücklicher Zufall bewahrte den VfB 2003 vor der Insolvenz, als das Losglück im DFB-Pokal dem Verein den Spielgegner Bayern München zuloste, der zu einem mit 23.400 Zuschauern besuchten Gastspiel ins Ellenfeldstadion kam.


Text:
Isabelle Jost

Fotos:
Klaus Spaniol

Weiterführende Literatur:
BORUSSIA – VEREIN FÜR BEWEGUNGSSPIELE E.V. (Hrsg.) (1952): Ellenfeld-Stadion. Aufbau – Ausbau – Neues Leben. Neunkirchen/Saar.
FUCHS, Tobias (2012): 100 Jahre Ellenfeld-Stadion: vom „Borussia-Sportplatz“ zum Erinnerungsort. Neunkirchen. (= Schriftenreihe Historischer Verein Stadt Neunkirchen e.V., Heft 2).
RAUSCH, Wolfgang / KELM, Jens (2005): Mythos Ellenfeld-Stadion. In: Borussia Neunkirchen (Hrsg.): Mythos Ellenfeld. 100 Jahre Borussia Neunkirchen. Neunkirchen, S. 271-281.
REICHELT, Bernd (2008): Kicken für die Autonomie. Wie 1949 im Neunkircher Ellenfeld das Fußballspiel einer Saarauswahl gegen Göteborg zum Politikum geriet. In: Saargeschichten. Magazin zur regionalen Kultur und Geschichte, Heft 4, S. 10-13.
TEMMES, Herbert (2013): David gegen Goliath. 100 Jahre Ellenfeldstadion Neunkirchen. In: Saarbrücker Hefte. Die saarländische Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft, Heft 109, S. 13-16.

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Das Ludwigsparkstadion in Saarbrücken

Das Ludwigsparkstadion im Saarbrücker Stadtteil Malstatt befindet sich unmittelbar hinter der Saarlandhalle auf dem sogenannten Ludwigsberg. Dieser hat seinen Namen von Fürst Ludwig von Nassau-Saarbrücken (1745–1794), der Barockbaumeister Friedrich Joachim Stengel (1694–1787) im Jahr 1769 beauftragte, auf dem Hügel zwischen dem heutigen Rodenhof und Rußhütte ein kleines Lustschloss namens „Schloss Ludwigsberg“ zu errichten.

Ludwigspark 1 IsabelleLudwigspark 4 IsabelleDie Geschichte des Saarbrücker Ludwigsparkstadions ist untrennbar mit der Fußballmannschaft des 1. FC Saarbrücken (FCS) verbunden. 1903 wurde im Stadtteil Malstatt der TV 1876 Malstatt gegründet. Nachdem der Vorstand aber die Zugehörigkeit zum Saar-Moselgau des Südwestdeutschen Fußballverbandes abgelehnt hatte, wurde der Fußballabteilung zunächst die Teilnahme am regulären Spielbetrieb verwehrt. Nach einer Abspaltung vom ersten Verein erfolgte 1907 die Neugründung des FV Malstatt-Burbach. Zwei Jahre später wurde im Zuge der Fusion von Saarbrücken, St. Johann und Malstatt-Burbach zur Stadtgemeinde Saarbrücken die Fußballabteilung in FV Saarbrücken umbenannt. Die Vereine mussten sich in den ersten Jahren mit kleineren Plätzen zufrieden geben, die wohl eher einem Bolzplatz ähnelten als einem Stadion.

Das erste Stadion auf dem Ludwigsberg wurde ab 1920 genutzt. Die Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges waren jedoch so gravierend, dass das Stadion nicht mehr instandgesetzt werden konnte. Die Spieler mussten indessen auf den Platz des Kieselhumes ausweichen. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der FV Saarbrücken am 25. November 1945 unter dem heutigen Namen 1. FC Saarbrücken neu gegründet, was durch eine Anweisung der militärisch regierten Besatzungszone zu erklären ist. Die Militärregierung forderte die Auflösung aller Vereine, die sich aber unter anderem Namen wieder neu gründen durften. Hermann Neuberger, der spätere DFB-Präsident, hatte zu diesem Zeitpunkt bereits eine Vorstandsfunktion beim 1. FC Saarbrücken übernommen.

Ludwigspark 5 IsabelleLudwigspark 3 Isabelle1952 wurde mit dem Bau des neuen Ludwigsparkstadions begonnen. Das Stadion wurde am 2. August 1953 eingeweiht und bietet bis heute ein Fassungsvermögen von 30.931 Zuschauern, davon 8.231 Sitzplätze. Ein Zuschauerrekord wurde bereits ein Jahr nach Eröffnung des neuen Stadions erzielt, als am 28. März 1954 vor 53.000 Zuschauern die saarländische Nationalmannschaft gegen Deutschland in einer WM-Qualifikation antrat (1:3). Für viele FCS-Anhänger bleibt der Sieg gegen Bayern München am 16. April 1976 ein unvergessliches Ereignis (6:1). Das letzte Bundeligaspiel fand am 29. Mai 1993 statt, als der FCS gegen den VFB Stuttgart antrat (1:4).

Nachdem mehrere Pläne für den Bau eines neuen Saarbrücker Stadions scheiterten, wird das Ludwigsparkstadion seit Anfang 2016 umgebaut: Entstehen soll ein reines Fußballstadion mit deutlich reduzierter Zuschauerkapazität. Der FCS trägt seit März 2016 seine Heimspiele im „Hermann-Neuberger-Stadion“ in Völklingen aus. Aufgrund unerwarteter Kostensteigerungen wurden die Arbeiten im Frühjahr 2017 vorübergehend eingestellt. Statt der geplanten Wiedereröffnung im Sommer 2018 wird nun mit einem Abschluss der Arbeiten im Sommer 2020 gerechnet.


Text:

Isabelle Jost (Aktualisierung: Juan Manuel Wagner)

Fotos:
Isabelle Jost

Weiterführende Literatur:
FUCHS, Tobias (2009): Ludwigsparkstadion – Hermann Neubergers Stadion. In: Skrentny, Werner (Hrsg.): Das große Buch der deutschen Fußballstadien. Göttingen, S. 319-320.

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