Anker der Identität –
Geologie und Oberflächenformen


Die Saarschleife
Der Schwarzwälder Hochwald
Der Schaumberg
Der Litermont bei Nalbach
Die Schlossberghöhlen in Homburg
Die Tropfsteinhöhle in Niedaltdorf
Der „Stiefel“ bei St. Ingbert
Die St. Arnualer Felsenwege

 



Die Saarschleife

1 Saarschleife obenAuf ihrem Weg nach Norden verlässt die Saar die weichen Schichten des Merziger Buntsandsteinbeckens und stößt auf die westlichen Ausläufer des Hunsrücks, den „Orscholzer Riegel“. Dem Anschein nach ist die Saar diesem harten Gestein ausgewichen; jedoch war der Mäanderbogen bereits im Jungtertiär angelegt worden, als die Saar noch im Buntsandstein floss. Ihre Erosionskraft war so groß, dass die Eintiefung des Flussbettes mit der allmählichen Heraushebung des Hunsrücksockels Schritt halten konnte. Statt der zwei Kilometer Luftlinie zwischen Besseringen und Mettlach legt die Saar durch diese Flussschlinge nahezu zehn Kilometer zurück.

Auf dem Bergrücken innerhalb des Mäanderbogens, in hervorragender Verteidigungslage, thronte einst die Burg Montclair, deren Ruine ebenso wie das Kloster St. Gangolf unter Eichen- und Hainbuchen verborgen liegt. Die waldreichen Hänge beidseits der Saar stehen zum Großteil unter Natur- oder Landschaftsschutz.

2 Saarschleife untenIm Zuge des Ausbaus der Saar zur Großschifffahrtstraße wurden auch im Bereich der Saarschleife Begradigungen durchgeführt, deren Ausmaß nur beim Vergleich älterer Fotos offenkundig wird. Jedoch weisen die unnatürlich geglätteten Uferlinien des Mäanderbogens darauf hin, dass Teile des Gleithanges abgetragen wurden, um den für große Schubverbände erforderlichen Mindestkurvendurchmesser zu gewährleisten.

Die Fähre „Welles“, die einzige Fähre auf der Saar, hat ihre Anlegestelle in Steinbach und setzt von dort Wanderer und Radfahrer über. Ferner kann man die Saarschleife auch vom Deck eines der Ausflugsschiffe, die zwischen Saarlouis, Merzig, Mettlach und Saarburg verkehren, erkunden.

Den besten Ausblick auf das tief eingeschnittene Kerbtal der Saarschleife genießt man von der „Cloef“, einer Aussichtsplattform am steilen Prallhang des Saarbogens in Orscholz.


Text:
Tanja Kaiser

Fotos:
Staatskanzlei des Saarlandes (oberes Foto), Sarah Halbfeld (unteres Foto)

Weiterführende Literatur:
SOYEZ, Dietrich et al. (Hrsg.) (1989): Das Saarland. Band 2: Die Saar – Eine Flußlandschaft verändert ihr Gesicht. (herausgegeben aus Anlaß des 47. Deutschen Geographentages in Saarbrücken vom 2.-7.10.1989). Saarbrücken. (= Arbeiten aus dem Geographischen Institut der Universität des Saarlandes, Band 37).
SCHNEIDER, Horst (1991): Saarland. Berlin, Stuttgart. (= Sammlung geologischer Führer, Band 84).

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Der Schwarzwälder Hochwald

Als südwestlicher Ausläufer des Hunsrücks ragt der Schwarzwälder Hochwald etwa entlang der Linie Mettlach–Weiskirchen–Otzenhausen in das nördliche Saarland hinein. In dieser dünnbesiedelten Mittelgebirgslandschaft mit ausgedehnten Wäldern sind die höchsten Erhebungen des Saarlandes – Dollberg (696 m) und Schimmelkopf (695 m) – zu finden.

3 Hochwald obenGeologisch betrachtet gehört der Schwarzwälder Hochwald zum Rheinischen Schiefergebirge, das sich im Unterdevon vor rund 350 Millionen Jahren absenkte. Es entstand ein flaches Meer, an dessen Küste Teile des heutigen Hunsrücks lagen. Hier lagerten sich sehr reine Quarzsande ab, die später aufgrund der Druck- und Temperaturzunahme durch mächtige Sedimentüberlagerungen zum Taunusquarzit metamorphosierten. Im weiteren Verlauf entstand aus dem Flachmeer eine Tiefsee und es lagerten sich schwarze bis dunkelgraue Tiefseetone ab, die sich zum Hunsrückschiefer, einem festen, dünnplattigen Tonschiefer entwickelten. Der harte Taunusquarzit und der weichere Hunsrückschiefer sind die formbildenden Gesteine des Hunsrücks, die in den nachfolgenden Jahrmillionen gefaltet, schräggestellt, verworfen und gehoben wurden. Der weniger widerständige Hunsrückschiefer wurde flächenhaft abgetragen, während der harte Taunusquarzit flache, walfischartige Härtlingsrücken ausbildete. Etwa entlang der Firstlinie der Quarzitrücken verläuft heute die Grenze zwischen dem Saarland und Rheinland-Pfalz.

4 HochwaldWährend den Eiszeiten führten periglaziale Abtragungsvorgänge zu mächtigen Schuttdecken. Widerständige Gesteinspartien blieben als steile Felsklippen stehen, während sich am Hangfuß Blockmeere aus Quarzit bildeten. Die Kelten verwendeten die Taunusquarzitblöcke aus einem Blockmeer zum Bau des Ringwalls bei Otzenhausen.
 
Da das Ausgangsgestein nur ertragarme Böden hervorbringt, hat diese waldreiche Gegend dem Wanderer mehr zu bieten als dem Landwirt. Die Talsperre Nonnweiler mit dem Planetenwanderweg gehört zu den touristischen Hauptattraktionen der Region.


Text:
Tanja Helmes

Fotos:
Juan Manuel Wagner

Weiterführende Literatur:
BORN, Martin (1980): Geographische Landskunde des Saarlandes. Saarbrücken.
DROCUR, Alois (1983): Zur Geologie unserer Gemarkung. In: Otzenhausener Hefte zur Heimatgeschichte, Band 8: Die Gemarkung Otzenhausen, S. 25-32.
SCHNEIDER, Horst (1991): Saarland. Berlin, Stuttgart. (= Sammlung geologischer Führer, Band 84).

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Der Schaumberg

Der Schaumberg, der Hausberg der Saarländer, ist mit einer Höhe von rund 569 m eine der höchsten Erhebungen des Saarlandes und liegt im Landkreis St. Wendel, in der Gemeinde Tholey.

5 Schaumberg Seine Entstehung verdankt der Schaumberg einem starken Vulkanismus während der Permzeit (etwa 299–251 Millionen Jahre vor heute). Bedingt durch Erdbeben zwängte sich zähflüssiges Magma zwischen den Tholeyer und Lebacher Schichten empor, blieb in den Gesteinsschichten stecken und erkaltete zu einem Gangstock, der an seiner stärksten Stelle eine Mächtigkeit von rund 200 m erreichte. In den anschließenden Jahrmillionen wurden die über dem Vulkanstock lagernden, weniger widerständigen Schichten durch Erosion abgetragen, sodass der Schaumberg heute als markante Erhebung weithin sichtbar ist. Das harte, überwiegend dunkle Gestein wird als Tholeyit bezeichnet, benannt nach dem nahe gelegenen Ort Tholey. An der Erdoberfläche verwittert der Tholeyit oft in Form kugelförmiger Gebilde, deren äußere Schicht abblättert. Sie sehen Kohlköpfen ähnlich und werden daher auch „Kappesköpfe“ oder auch „Schaumberger Bomben“ genannt.

6 SchaumbergBereits die Kelten hatten die Höhenlage genutzt und auf dem Schaumberg eine Fliehburg errichtet, die von den Römern zur Wehranlage ausgebaut wurde. Die Gräben und Wälle sind heute noch zu erkennen. Um 1200 erbauten hier die Grafen des Bliesgaus die „Schauenburg“, die jedoch im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde.

1976 wurde der etwa 37 m hohe Aussichtsturm als Symbol der deutsch-französischen Freundschaft auf dem Schaumberg eingeweiht. Er beherbergt eine Dauerausstellung zum Thema „1350 Jahre Tholey im Spiegel der deutsch-französischen Beziehungen“. Vom Turm aus hat man bei klarem Wetter einen ausgezeichneten Blick über die Landschaft. Die Aussicht reicht über das Schaumberger Land bis zu den Vogesen.


Text:
Tanja Helmes

Fotos:
Juan Manuel Wagner (oberes Foto), Staatskanzlei des Saarlandes (unteres Foto)

Weiterführende Literatur:
GEMEINDE THOLEY (Hrsg.) (1992): Geologischer Führer durch die Schaumbergregion. Tholey.
MOLL, Peter (2004): Zweimal rund um den Hausberg der Saarländer. In: Moll, Peter / Becker, Christoph (Hrsg.): Neuland Heimat: Entdeckungen im Saar-Mosel-Raum. Band 2: Landschaft verstehen und erleben in der deutsch-französisch-luxemburgischen Grenzregion. Saarbrücken, Trier, S. 283-298.
SCHEER, Martina (Red.) (1984): Der Schaumberg. Symbol deutsch-französischer Verständigung. In: Institut zur Förderung entwicklungsfähiger Regionen in der Europäischen Gemeinschaft (Hrsg.): Beschreibungen der Sehenswürdigkeiten in den Gemeinden Nonnweiler und Tholey. Nonnweiler-Otzenhausen, S. 1-7.

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Der Litermont bei Nalbach

Die 414 m hohe Erhebung des Litermonts liegt nördöstlich von Dillingen, zwischen den Ortschaften Düppenweiler, Nalbach und Hüttersdorf. Die Erhebung ist, wie z.B. auch der Schaumberg bei Tholey, eines der zahlreichen Zeugnisse des permischen Vulkanismus im Bereich des heutigen Saar-Nahe-Berglands (Perm = erdgeschichtliche Zeiteinheit, etwa 299–251 Millionen Jahre vor heute). Der Litermont besteht hauptsächlich aus Rhyolit, einem quarzreichen magmatischen Gestein, das in der saalischen Phase der Gebirgsbildung vor rund 275 Millionen Jahren zwischen ältere Gesteinsschichten eindrang. Daher spricht man in diesem Fall auch von einer Rhyolitintrusion.

Litermont 1 Jost kleinLitermont 2 Jost kleinDas mythische Gipfelkreuz auf dem Litermont ist aus dem Primstal heraus schon von Weitem sichtbar. Das heutige schmiedeeiserne Kreuz wurde laut der Inschrift im Sockel im Jahr 1852 von der Pfarrei Nalbach errichtet und 1902 renoviert. Die Inschrift erinnert zudem auch an die Burgfrau Margarete vom Litermont, über die seit vielen Jahrhunderten zahlreiche Sagen kursieren. Schenkt man einer der Sagen Glauben, stürzte Ritter Maldix, der Sohn der Margarete, bei der Hirschjagd an einem Karfreitag einen Felshang am Litermont hinab und kam dabei zu Tode. Auf dem Litermont freigelegte Mauerreste und drei Wälle mit Gräben deuten auf eine ehemalige Festungsanlage hin, über die allerdings nur wenig bekannt ist.

An den Fastensonntagen und am Karfreitag pilgern seit über 350 Jahren Gläubige über den Kreuzweg von Nalbach zum Litermont. Vom Gipfel aus lässt sich die reizvolle Aussicht über das Primstal bis ins angrenzende Lothringen genießen. Die Waldlandschaft des Litermonts und seiner benachbarten Erhebungen ist mit Wanderwegen und Erlebnispfaden erschlossen. Der rund 10 km lange Premiumwanderweg „Litermont-Gipfel-Tour“ wurde im Jahr 2007 als Deutschlands schönster Wanderweg ausgezeichnet.

Litermont 4 Jost kleinLitermont 3 Jost kleinIn Sichtweite des Gipfels steht der Nachbau einer optischen Telegrafenstation aus napoleonischer Zeit. Sie war Teil der 1813 eingerichteten Telegrafenlinie Metz – Mainz, die jedoch schon Anfang 1814 durch preußische Truppen zerstört wurde. Die Rekonstruktion der Telegrafenstation auf dem Litermont erfolgte in den Jahren 2003–2006 auf der Grundlage historischer Pläne. Nahe dem Gipfelkreuz befindet sich auch der „Weidendom“, eine Kuppelkonstruktion aus Weiden- und Birkenbepflanzung. Die als größtes „lebendes“ Bauwerk im Saarland geltende Attraktion wird von der Gemeinde Nalbach seit 2007 auch für standesamtliche Trauungen genutzt.

In einem ehemaligen Westwallbunker am Fuße des Litermonts ist heute das Litermontmuseum untergebracht. Ein Geschichtspark mit landschaftlichen Geräten des vorigen Jahrhunderts schließt sich der Bunkeranlage als Freilichtmuseum an. Das nördlich des Litermonts gelegene Historische Kupferbergwerk Düppenweiler gibt Besuchern die Möglichkeit, die frühere untertägige Arbeitswelt kennenzulernen. Die Blütezeit des Düppenweiler Kupferabbaus begann um 1725 und endete schon rund zehn Jahre später mit der ersten Stilllegung. Weiteren Abbauperioden in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts sowie in den Jahren 1824–1828 und 1915/16 war hingegen nur ein vergleichsweise geringer Erfolg beschieden.


Text:
Isabelle Jost, Juan Manuel Wagner

Fotos:
Isabelle Jost

Weiterführende Literatur:
LEHNERT, Aloys (1960): Vom Litermont, dem Wahrzeichen des Primstals. In: Arbeitsgemeinschaft für Heimatkunde des Kreises Saarlouis (Hrsg.): Heimatkundliches Jahrbuch des Kreises Saarlouis 1960. Saarlouis, S. 251-275.
LOESER, Rudolf (1935): Rund um den Litermont. In: Zeitschrift für Rheinische Heimatpflege, 7. Jg., Heft 1, S. 21-30.
LORIG, Dieter (2007): Der Litermont. Renaissance eines sagenumwobenen Berges: der wohl bekannteste Berg im Landkreis zieht neuerdings auch viele Wanderer, Freizeitsportler, Geologen, Heimatforscher, Pilger und Naturfreunde an. In: Unsere Heimat: Mitteilungsblatt des Landkreises Saarlouis für Kultur und Landschaft, 32. Jg., Heft 1, S. 1-10.
NEY, Christel M. (Red.) (2010): Nalbach. Das Schmuckkästchen an der Prims. (Hrsg.: Christel M. Ney in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Nalbach). Nalbach.

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Die Schlossberghöhlen in Homburg

Die Schlossberghöhlen in Homburg sind die größten ihrer Art in Europa. Die Höhlen im Schlossberg sind von der Altstadt aus über einen Treppenaufgang zu erreichen. Sie sind kein natürliches Phänomen, sondern wurden im Laufe mehrerer Jahrhunderte durch den Menschen geschaffen. Vermutlich wurde der in den Stollen abgetragene Sand zur Herstellung von Glas benötigt. Später fand der quarzhaltige Rohstoff Verwendung in der Eisenindustrie oder als Scheuermittel zur Reinigung. Die Existenz der Höhlen ist seit dem 17. Jahrhundert aus Niederschriften französischer Besatzungstruppen nachgewiesen. Genau genommen handelt es sich also nicht um Höhlen, sondern um Bergwerksstollen, da Höhlen eine natürliche Entstehung voraussetzen. Ob die Gänge bereits im Mittelalter als Fluchtwege der oberhalb gelegenen Burg Hohenburg dienten, ist umstritten.

7 und 8 SchlossberghoehlenIm Schlossberg stehen die Unteren Karlstalschichten an; dabei handelt es sich um eine Untergliederungseinheit des Mittleren Buntsandsteins. Der Sandstein weist in den verschiedenen Schichtpaketen ein Farbenspektrum von gelblich bis rötlich auf – eine Erscheinung, die durch den unterschiedlichen Eisengehalt im Sandstein bedingt ist. Aufgrund der geringen Festigkeit des Sandsteins konnte dieser durch Stollengrabungen abgebaut werden. Auf diese Weise entstand eine Vielzahl von Hohlräumen, die später mittels Durchbrüchen zusammengefasst wurden. Von den insgesamt 12 Stockwerken (oder Sohlen) ist heute lediglich ein Stockwerk für Besucher zugänglich. Die Gesamtlänge der Gänge beträgt 5 Kilometer, wobei die maximale Ausdehnung eines Ganges 140 Meter in der Länge und 60 Meter in der Breite beträgt  

Im Wand- und Deckenbereich der Höhlen befinden sich wellenartige Versteinerungen, sogenannte Rippelmarken, aber auch polygonale Trockenrisse. Überreste der in der Entstehungszeit des Buntsandsteins sehr spärlich vertretenen Tierwelt sind in Form von Trittsiegeln, also fossilen Fußabdrücken, konserviert.

Die Höhlen befinden sich direkt unter der 1714 geschleiften Festung Hohenburg. Erste schriftliche Überlieferungen datieren auf das Jahr 1671, wo von einer Contre-Mine (Verteidigungsstollen) die Rede ist – ein Hinweis auf Höhlengrabungen zu Verteidigungszwecken. Der Sand wurde aber vermutlich schon früher abgebaut, da er wegen seines hohen Quarzgehalts einen wichtigen Rohstoff in der Glasproduktion darstellte.

Im weiteren Verlauf dienten die Höhlen als Lagerstätte für Munition und Lebensmittel, zur Unterbringung der Besatzung der ehemaligen Festung und als Luftschutzbunker für die Bevölkerung Homburgs im letzten Weltkrieg. In der Nachkriegszeit, insbesondere während des Kalten Krieges, gab es Bestrebungen, die Höhlen als Luftschutzbunker auszubauen. Ein 30 Meter tiefer senkrechter Schacht mit einem auf Stadtniveau liegenden Gang und ein weiterer Eingang in der Nähe des Schlossberghotels zeugen davon. In den 1930er-Jahren wurden die Höhlen, nachdem sie über Jahrzehnte in Vergessenheit geraten waren, wieder entdeckt.

Schlossberghöhlen Josef SchererSchlossberghöhlen Licht KS HOM rechtefreiSeit 1953 sind die Schlossberghöhlen für die Öffentlichkeit zugänglich. Bei einer Luftfeuchtigkeit von 85-90 % liegt die Temperatur ganzjährig bei konstanten 10 °C. Aufgrund der Einsturzgefahr war eine nachträgliche Sicherung mit Gerüsten notwendig, wodurch das begehrte Ausflugsziel längere Zeit für Besucher geschlossen war. Die Schlossberghöhlen wurden 2003 zum Besucherbergwerk erklärt. Nach aufwendiger Sanierung ist seit 2007 das unterste Stockwerk wieder zugänglich, jedoch ist das beeindruckende Kulturzeugnis nur noch in Verbindung mit einer Führung zu bestaunen.


Text:
Frank Ehrmantraut (Aktualisierung: Isabelle Jost)

Fotos:
Josef Scherer (unteres Foto links), Kreisstadt Homburg (übrige Fotos)

Weiterführende Literatur:
BREIT, Hugo (1987): Schlossberghöhlen Homburg, Saar: Europas größte Buntsandsteinhöhlen. Homburg/Saar.
ULRICH, Stefan / THON, Alexander (2007): Burgruine und Schlossberghöhlen Homburg. Regensburg. (= Kleine Kunstführer, Band 2636).
ULRICH, Stefan / THON, Alexander (2006): Burg- und Festungsruine mit Schlossberghöhlen Homburg. Homburg.

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Die Tropfsteinhöhle in Niedaltdorf

Die einzige Tropfsteinhöhle des Saarlandes befindet sich in Niedaltdorf, einem Ortsteil der Gemeinde Rehlingen-Siersburg. Sie liegt unter einem Gastronomiegebäude etwa 100 m nördlich der Mündung des Ihner Baches in die Nied. Das Gebiet um die Tropfsteinhöhle trägt den Flurnamen „Auf dem Dubber“. Das Verb „dubbern“ bedeutet mundartlich so viel wie „hohl klingen“. Vermutlich wurde schon vor der Entdeckung der Höhle der „hohle Klang“ beim Anschlagen des Gesteins bemerkt.

An Orten, an denen kalkhaltiges Wasser in Quellen austritt, entweicht Kohlensäure und es fällt Kalkstein aus, der in seiner porösen Form als Tuff, in der kompakten Ausbildung als Kalksinter zu bezeichnen ist. Die Tropfsteinhöhle (Kalksinterhöhle) in Niedaltdorf ist als unterirdisches Phänomen eines solchen Vorgangs zu verstehen. Als Folge eines oberirdischen Prozesses dieser Art sind die mächtigen Tuffe des Sudelfels im Nachbarort Ihn kennzeichnend.

Hoehle Niedaltdorf 1 Photo Phant kleinHoehle Niedaltdorf 2 Photo Phant kleinDie Niedaltdorfer Höhle ist ein unterirdisches System in einem Kalktuff und liegt zwischen dem Flusslauf der Nied und dem von ihr gebildeten Talhang im Oberen Muschelkalk. Der Westgang wurde im Jahr 1880 bei Ausschachtungsarbeiten für ein neues Gebäude freigelegt. Da man der Entdeckung keine größere Bedeutung beimaß, wurden die Hohlräume zunächst wieder mit Bauschutt verfüllt, bis sie schließlich 1927 bei Ausbesserungsarbeiten im Keller erneut freigelegt wurden. Später konnten die natürlichen Höhlen durch künstliche Querverbindungen einander angeschlossen werden. Die Erschließung ermöglichte es, dass heute eine Ganglänge von über 80 m zugänglich ist. Seit 1937 ist die Tropfsteinhöhle unter Naturschutz gestellt. Der frühzeitigen Elektroinstallation ist es zu verdanken, dass eine Verschmutzung der Höhlenwände und Tropfsteine durch Russpartikel, wie man sie leider von zahlreichen anderen Höhlen her kennt, vermieden werden konnte.

Hoehle Niedaltdorf 3 Gemeinde kleinHoehle Niedaltdorf 4 Gemeinde kleinDie Höhle weist eine andere Entstehungsgeschichte als die „klassischen“ Tropfsteinhöhlen auf, welche durch Kalklösung und Auswaschung im Untergrund entstanden sind. Es handelt sich vermutlich um ein ehemals offenes Spaltensystem, dessen Spalten nachträglich durch Übersinterung überdacht wurden. Für die Entstehung des Spaltensystems gibt es zwei Theorien: Erstere besagt, dass im darunterliegenden Mittleren Muschelkalk Gips ausgelaugt wurde und durch Nachsacken des aufliegenden Paketes Spalten entstanden. Eine andere Auffassung unterstützt hingegen die Theorie, dass der Kalktuff durch die Nähe zum Flusslauf der Nied erodierte und unterschnitten wurde. Dies führte schließlich zu einem Abgleiten der hangseitigen Tuffpartien, sodass die Ausdehnung von Rissen und Spalten zunahm.

Da sich die Tuffbildung an der Oberfläche fortsetzte, wurden die Spalten infolge der Übersinterung im Laufe vieler Jahre überdacht und somit verschlossen, wodurch sich eine Höhle herausbildete. In den porösen Tuffen zirkuliert Wasser, was zur Bildung von Wassertropfen an der Höhlendecke führt. Durch das Ausfällen von Kalkstein aus den kalkhaltigen Tropfen bilden sich die von der Decke herabhängenden Stalaktiten. Wenn Wasser von den Stalaktiten herabtropft, wachsen an der Auftropfstelle nach und nach Stalagmiten empor. In der Niedaltdorfer Tropfsteinhöhle sind ferner auch übersinterte Reste von Pflanzen (zumeist Zweige und Äste, seltener Blattreste) vorzufinden, die wahrscheinlich in den ehemals offenen Spalten wuchsen oder durch diese eingeschwemmt wurden.


Text:
Jens Falk, Isabelle Jost

Fotos:
Studio PHOTO-PHANT – Rehlingen-Siersburg (obere Fotos), Gemeinde Rehlingen-Siersburg (untere Fotos)

Weiterführende Literatur:
GEMEINDE REHLINGEN-SIERSBURG (Hrsg.) (2003): Naturtropfsteinhöhle Niedaltdorf. Rehlingen-Siersburg.
LOESER, Rudolf (1932/33): Höhlen des Saargebiets – a) Die Tropfsteinhöhle zu Niedaltdorf. In: Nachrichtenblatt für Rheinische Heimatpflege (später: Zeitschrift für Rheinische Heimatpflege), 4. Jg., Heft 9/10, S. 365-367.
MÜLLER, Erwin (1963): Die Tropfsteinhöhle in Niedaltdorf. In: Arbeitsgemeinschaft für Heimatkunde des Kreises Saarlouis (Hrsg.): Heimatkundliches Jahrbuch des Kreises Saarlouis 1961–63. Saarlouis, S. 173-176.
RÜCKLIN, Hans (1940): Die Tropfsteinhöhle von Niedaltdorf. In: Westmärkische Abhandlungen zur Landes- und Volksforschung, Band 4. Kaiserslautern/Metz, S. 294-305.

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Der „Stiefel“ bei St. Ingbert

Auf dem „Großen Stiefel“, einem rund 389 m hohen, bewaldeten Bergrücken bei St. Ingbert-Rentrisch, thront ein durch Wasser und Wind geformter Sandsteinfelsen, der „Stiefel“.

Es handelt sich um einen aus der Karlstal-Felszone des Mittleren Buntsandsteins durch Verwitterung herauspräparierten Tischfelsen. 9 StiefelDiese entstehen durch differenzierte Verwitterung von freistehenden Felstürmen, die aus unterschiedlich widerständigen Gesteinen aufgebaut sind. Der weniger verfestigte Sandstein im unteren Bereich wittert allseitig zurück, während das festere widerständigere Material im oberen Bereich als „Tischplatte“ stehen bleibt. Den Namen erhielt das Naturdenkmal durch seine Form, die einem umgedrehten Schuh oder Stiefel ähnelt.

Vermutlich war der natürlich entstandene Tischfelsen bereits in keltischer Zeit Gegenstand religiöser Verehrung.

Wenige Meter neben dem Stiefel steht ein fünfkantiger Sandsteinfels, der unter dem Namen Teufelstisch bekannt ist. Der Monolith wurde an allen Seiten künstlich zugehauen. Einer alten Volkssage nach, diente er dem Riesen Kreuzmann als Tisch, an dem er seine Opfer verspeiste.

Der Höhenzug am Stiefelberg war vermutlich aufgrund seiner günstigen Lage in verschiedenen Epochen besiedelt gewesen. Funde von Steinklingen und Mahlsteinen aus der mittleren Steinzeit sowie Reste von Tongefäßen aus der Bronzezeit deuten auf eine frühe Besiedlung des Höhenzuges hin. Auch Reste einer Turmhügelburg, die spärlichen Fundamentruinen des „Stiefeler Schlosses“, sind hier zu finden. Dieses ist wahrscheinlich unter Verwendung vorromanischer Mauer- und Wallreste im frühen Mittelalter entstanden.


Text:
Tanja Helmes

Foto:
Manfred Schmelzer

Weiterführende Literatur:
AHNERT, Frank (1996): Einführung in die Geomorphologie. Stuttgart.
KRÄMER, Wolfgang (1955): Geschichte der Stadt St. Ingbert. Von den Anfängen bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Eine Heimatkunde aufgrund archivalischer Quellen. 2 Bände. St. Ingbert.
SCHNEIDER, Horst (1991): Saarland. Berlin, Stuttgart. (= Sammlung geologischer Führer, Band 84).

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Die St. Arnualer Felsenwege

Die Felsenwege entlang des Sonnenberges im Stiftswald bei St. Arnual erschließen eine natürlich entstandene Felsszenerie im Buntsandstein. Die drei Wege – der untere, der mittlere und der obere Felsenweg – haben eine Länge von rund 2,5 Kilometern und überwinden rund 130 Höhenmeter. Die Wege führen an schroffen Felswänden mit Überhängen und Grotten vorbei und zeigen sich insbesondere im Winter, wenn lange Eiszapfen von den Felsen herabhängen von ihrer besonders eindrucksvollen Seite.

10 FelsenwegeInformationstafeln erläutern die Entstehung des Naturdenkmals. Die Felsenwege ermöglichen einen Einblick in das Erdzeitalter der Trias, genauer des Mittleren und Oberen Buntsandsteins. Der Buntsandstein entstand vor rund 240 Millionen Jahren am Beginn der Triaszeit. Das Saarland lag damals am Rande eines flachen Festlandbeckens, in dem unter ariden Bedingungen Geröll und Sand abgelagert wurden. Die Sedimentpakete wuchsen auf mehrere hundert Meter Mächtigkeit und verhärteten später durch Verkieselung und Druck zu Sandstein. Freigelegt wurden die Felsen im Quartär vor rund 2 Millionen Jahren durch die Saar, die sich tief in den Untergrund einschnitt und einen Prallhang formte. Die bizarren Felsgebilde sind schließlich durch Verwitterung entstanden. Die weicheren, feinkörnigeren Sandsteine wurden durch Wasser abgetragen, während die härteren, gröberen Schichten als Vorsprünge und Überhänge heute den Weg überwölben.

Den Namen „Buntsandstein“ erhielt die Ablagerungsperiode durch die Farbenvielfalt der entstandenen Gesteine. Die rote Farbe entsteht durch Eisen-Sauerstoff-Verbindungen, die die Sandkörner aus Quarz umhüllen. Saures Wasser löst die Eisenoxide und es entstehen rosa, gelbe und weiße Stellen im Gestein. Das Farbenspiel der Gesteinsschichten, bizarre Felsbildungen, Wasseraustritte sowie eine Vielzahl von Gräsern, Moosen und Farnen verleihen der geologischen Erkundungstour durch den Stiftswald einen besonderen Reiz.


Text:
Tanja Helmes

Foto:
Olaf Kühne

Weiterführende Literatur:
SAARWALD-VEREIN E.V. SAARBRÜCKEN (Hrsg.) (2001): Ausflüge über die Spicherer Höhen. In: Sonderheft aus Anlaß der „Euro-Rando 2001“, Europäischer Sternmarsch über Spichern nach Straßburg, S. 59-65.
UNTERE NATURSCHUTZBEHÖRDE DER LANDESHAUPTSTADT SAARBRÜCKEN: Infotafeln an den Felsenwegen bei St. Arnual.

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